Bei einem 13 jährigen Jungen begannen plötzlich, ohne erkennbare Ursache, blutige Durchfälle. Vorher litt er schon eine Weile an stechenden Bauchschmerzen, die immer nach dem Essen auftraten. Ungewohnt häufig musste er seit einiger Zeit auf die Toilette, zunächst aber ohne Durchfall. Bei den viralen „Magen-Darm-Infekten“, die man als kleine lokale Epidemie kennt, stellt sich die spontane Besserung nach 1-3 Tagen ein. Selten dauert das mal eine ganze Woche. Bei dem Jungen war das anders. Erst kamen die Bauchschmerzen und der häufigere Stuhlgang, später wurde daraus Durchfall und alles wurde immer nur schlimmer, nicht besser. Über Wochen.
Im Krankhaus wurde schließlich der Verdacht auf eine Colitis ulcerosa bestätigt und entsprechend medikamentös behandelt.
Anschließend kam die Familie zu mir mit der Bitte, die schubfreien Intervalle dafür zu nutzen, diese Erkrankung zum Stillstand zu bringen.
Colitis ulcerosa ist eine Autoimmunerkrankung, die schubförmig verläuft. Die oberflächliche Darmschleimhaut wird durch das eigene Immunsystem angegriffen. Um zu wissen, mit welcher Prognose und welchen Risiken im Einzelfall zu rechnen ist, braucht man unbedingt eine gründliche Untersuchung unter der Fragestellung, welche Darmabschnitte wie schwer betroffen sind.
Für die homöopathische Behandlung benötige ich bei den Colitis-Patienten auch die Beobachtungen der Familienmitglieder, denn häufig sind die betroffenen Menschen sehr introvertiert und können schwer von sich berichten. Im Fall dieses Jungen waren die Eltern sehr hilfreich bei der Identifizierung eines treffsicheren homöopathischen Arzneimittels.