Wegbeschreibung

In meine Praxis kommen Menschen  mit den verschiedensten körperlichen Beschwerden.  Immer wieder zeigt sich während der Anamnese,  dass neben dem Behandlungsanliegen auch eine große  innerliche Anspannung besteht, die mit Angst und einem Gefühl der Bedrohung einhergeht und die wesentlich belastender ist als das körperliche Problem. Ich erinnere mich an eine Schülerin, die wegen ihrer chronisch verstopften Nase in meine Behandlung kam. Über die Erforschung der Atemproblematik und Fragen zu „diesem und jenem“ zeichneten sich für mich auch einige Arzneimittel ab, die für eine Regulation von angstvollen Spannungszuständen bekannt sind. Das veranlasste mich zu tiefer gehenden Fragen, und  schon bald kamen wir an den Kern einer viel größeren Belastung als der verstopften Nase: ihr  größtes Problem  ist eine Angst, jemand stünde hinter ihr; ein Gefühl, dass immer wieder und in  verschiedenen Situationen auftritt und  welches sie so sehr vereinnahmt, dass sie nicht mal darüber reden möchte. Solche und ähnliche Ängste sind extrem belastend. Nur mit Mühe können die Betroffenen ihren Alltag regeln. Selbst kleine Wege aus dem Haus, zum Bäcker, oder gar in die Schule oder eine fremde Umgebung schaffen sie nur mit allergrößtem Kraftaufwand. Dazu versuchen die Betroffenen,  ihrer Umgebung so wenig wie möglich von ihrem (scheinbar irrationalen) Problem  zu zeigen, was sehr anstrengend ist. 

Unser konventionelles Behandlungsangebot besteht aus Psychotherapien unterschiedlicher Schulen. Sie helfen dabei, ein Management für den Umgang mit der Angst zu erarbeiten und führen im besten Fall zum Verständnis der Störung. Zusätzlich werden manchmal  Psychopharmaka verschrieben. Homöopathisch sind diese Störungen  jedoch auch zu behandeln. Abhängig vom Hintergrund der Angsterkrankung, ihrer Ursache und Dynamik, kann die homöopathische Behandlung zu einer Linderung der Problematik führen oder sogar vollständig von der Angst befreien.  Indem die Homöopathie den Organismus dazu stimuliert, in ein Gleichgewicht zurück zu finden, bietet sie auch konventionellen Ansätzen mehr  Einfluss und dem Patienten Stabilisierung.