Wegbeschreibung

 

Das Ähnlichkeits- oder Simileprinzip – „similia similibus curentur" („Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt") – ist eines der Grundpfeiler, auf denen die Verschreibungen der potenzierten Arzneimittel in der Homöopathie basieren.  

Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Beobachtung Hahnemanns, dass eine gesundheitliche Störung durch eine Substanz geheilt werden kann, von der man Erscheinungen wie diese Störung bei einem gesunden Menschen im "Vergiftungsfall" kennt. Praktisch übersetzt: Als ich beim Plätzchen-Backen mit allen Fingern das heiße Blech aus dem Ofen ziehen wollte, zischte es ordentlich. Ich hatte mir die Fingerkuppen verbrannt. Natürlich ließ ich sofort Wasser darüber laufen, aber nicht kalt, sondern so warm, wie ich es nur ertragen konnte (Ähnlichkeitsprinzip). Es tat kurz sehr heftig weh. Ich bekam keine Brandblasen und konnte am Abend ins Training - zu einem Sport, bei dem ich ständig meine Hände benutzte. Ich hatte überhaupt keine Schmerzen. 

Die Erforschung dieses zentralen Prinzips der Homöopathie geht auf einen Selbstversuch Hahnemanns zurück, bei dem er die Wirkung der damals bereits in der Malaria-Therapie verwendeten Chinarinde untersuchen wollte. In diesem Selbstversuch nahm Hahnemann wiederholt kleine Gaben von Chinarinde ein und dokumentierte genau den Verlauf seiner Reaktionen. Später experimentierte er mit unzähligen anderen Stoffen, die bei zeitgenößischen Behandlungen in der Medizin, aus Vergiftungsbeschreibungen oder aus anderen Gründen sein Interesse erregten.

Erst Jahre später veröffentlichte Hahnemann seine Erkenntnisse zu dem Ähnlichkeitsprinzip. Wenn auch seine Erklärungen der damaligen Sichtweise entspringen und unserem heutigen Denken nicht mehr entsprechen, so ist doch das Ähnlichkeitsprinzip unverändert bis heute als Gesetz gültig. Um sich diese Gesetzmäßigkeit in der Anwendung der Arzneimittel zunutze zu machen, ist die Kenntnis von der Wirkung der Substanzen ("Arnzeimittelbilder") und die genaue Erfassung des Symptomenbildes des Patienten eine Voraussetzung. Aus dem Vergleich von beidem ergibt sich die homöopathische Verschreibung.